APOTHEKER JOHANN-PHILIPP PALM
Schlusswort
Sehr geehrte Anwesende,
sehr verehrter Herr Pfarrer Führer,
der Beifall, Ihre Worte und Thesen würden die Stiftung eines Palm-Preises nahelegen, würde diese noch nicht bestehen.
Auch von meiner Frau und mir herzlichsten Dank für Ihre furchtlosen Taten und Worte, letztlich christliche Imperative.
Dank auch Ihrem Laudator, der Ihre Anliegen und Aktionen so treffend beschreibt, unserem Freund, dem Vorsitzenden des Kuratoriums, Dr. Manfred Caspari, der in der E.U. in hohem Amte für die Einheit Europas wirkte.
Über Europa hinaus bemüht sich Frau Bensedrine bewundernswürdig durch ihre Widerstandskraft und ihren Einsatz für ihre schöne Heimat Tunesien, alte Kulturzone zwischen Europa und Afrika.
Natürlich auch Dank ihrer Laudatorin Frau Merkel, Kulturreferentin der UNESCO Kommission, Bonn, die den besonderen Einsatz von Frau Bensedrine verdeutlichte.
Der tunesische Vizekonsul, Herr Souf aus München, zeigt durch Anwesenheit, dass er die freiheitlichen Anliegen einer Palm-Stiftung ernst nimmt.
Grundsätze und Verhalten eines Joh.-Philipp Palm gelten auch und eben im heutigen Rahmen einer globalen Welt, ihrer Verwerfungen und Nöte. Deshalb den Kooperationspartnern der weltweit sich einmischenden ai, heute vertreten durch Herrn Zimmermann, Bonn, und Frau Göttlicher mit der Ausstellungswand am Eingang und "Reporter ohne Grenzen", vertreten durch Frau Schäfter, Berlin, unseren besten Dank.
Beide Organisationen und Andere benannten eine große Zahl würdiger Persönlichkeiten, Streiter für Freiheit und Menschenrechte. Unter den zahlreichen würdigen Kandidaten trafen die 12 Kuratoren in langen Diskussionen die richtige Auswahl mit den heutigen Preisträgern; deshalb den Kuratoren besten Dank.
Eben solchen Dank den weiteren Kooperationspartnern der Stiftung, dem "Haus der Geschichte Baden Württemberg" mit Herrn Dr. Schnabel, nicht zuletzt unserer Stadt Schorndorf. Ihr, den Stadträten mit Herrn Oberbürgermeister unseren herzlichen Dank.
Meine Frau, ich, die Stiftung, ebenso die ganze Familie danken für alles Verständnis und alles Entgegenkommen, besonders für die so ehrenvolle Ansprache von Herrn Oberbürgermeister Kübler.
Zu allererst aber danken Palm-Stiftung und Familie Palm dem Schirmherrn der heutigen Preisverleihung unserem Ministerpräsidenten Erwin Teufel für sein Vertrauen in die Stiftung.
Die stellvertretende Präsidentin des Landtags Frau Vossschulte und Herrn Ministerialdirigent Strampfer bitten wir diesen Dank zu übermitteln.
Sehr geehrte Anwesende
Wer 400 Jahre an einer Marktplatz-Agora arbeitet, wohnt und wirkt, lebt vielleicht bewusster, weil er immer das Rathaus und den himmelragenden Turm unserer Stadtkirche vor Augen hat. Dadurch wird man einerseits an staatliche Obrigkeit und seine Bürgerpflichten, andererseits an übergreifende Dinge menschlichen Seins gemahnt.
Die Familie Palm, seit 1571 am Schorndorfer Marktplatz, hat ihren Bürger- und Berufspflichten für Schorndorf und weit darüber hinaus stets entsprochen, beispielhaft der Buchhändler Johann-Philipp Palm.
In Erinnerung und mit Dank an solche Vorfahren, besonders auch Mahnung für nächste Generationen, damit sie nicht erleben müssen, was wir erlebt haben, errichteten meine Frau und ich die Palm-Stiftung auch mit deren Johann-Philipp-Palm-Preis.
Im Remstal, Keimzelle des Herzogtums Württemberg mit seiner Verfassung von 1517, einer damals vorbildlich demokratisch und fortschrittlichen, ist bürgerschaftliche Meinungsfreiheit feste Tradition, ebenso lutherische Freiheit und Dienstbarkeit eines Christen-Menschen.
In Schorndorf stehen für diese Barbara Künkelin, Johann Philipp Palm, Dr. Reinhold Maier, Gottlob Kamm, Dekan Josenhans, Dr. Guntram Palm, der heute unter uns ist.
Er mit seiner Frau Ute, trugen Wesentliches zur Stiftung des Johann-Philipp Palm Preises bei.
Meine Generation und ich jedoch wurden ab 1933 noch im Jugend- und Kindesalter gleichgeschaltet, indoktriniert.
So erlebten und erlitten wir dann in vorderster Front -- ich grüße meine letzten Kameraden, der 10. Kompanie -- die tragischste deutsche Epoche, mit dem Schlusspunkt des geteilten Deutschlands.
Dessen Gratwanderung mit ihren Friedensbewegungen ist beinahe vergessen.
Einer der Mächtigsten der DDR begründet deren Untergang mit dem Fehlen der Meinungs- und Pressefreiheit. Er sagt: Für junge Menschen ist nichts wichtiger, als sich eine eigene Meinung zu bilden und diese mit Zivilcourage zu vertreten, die Meinung anderer aber zu respektieren.
Meine Frau und ich möchten unseren Enkeln die gleiche Lebensmaxime wünschen, die gleiche Zivilcourage, die Johann-Philipp Palm hatte, der an seine Frau schrieb: "Ich kann nicht kriecherisch sein", der seine Meinung charakterfest mit Toleranz vertrat, seinen christlichen Glauben auch im letzten Brief bekannte und bezeugte.
Prof. Kirchhof schreibt in seiner Veröffentlichung "Bereitschaft zur Freiheit":
"Die Demokratie der Gegenwart lehrt uns erneut, dass eine friedenstiftende Ordnung nur freiheitlich sein kann, wenn die Menschen hinreichend ethische Bindung mitbringen, um ihre Freiheitsrechte verantwortlich wahrzunehmen und nicht als bloße Instrumente der Gewinnmaximierung und Rechteoptimierung zu handhaben."
Der richtungsweisende Vortrag des herausragenden Verfassungsrechtlers Prof. Kirchhof war ein Höhepunkt der heutigen Feier und wird ein Grundanliegen für zukünftige Preisverleihungen sein.
Ihm gilt unser aller herzlichster und besonderer Dank.
Sehr geehrte Anwesende,
wir freuen uns sehr über Ihr Interesse, Ihr Kommen und danken dafür, besonders auch der politischen Prominenz, die ja schon begrüßt wurde und mit der Thematik befasst ist.
Nicht zu betonen brauchen wir, dass die Anwesenheit so vieler Familienmitglieder aus teils großer Entfernung eine besondere Freude ist.
Ein Bedürfnis ist uns, dem heutigen Moderator Dr. Ulrich Palm, Vertreter der Familie im Kuratorium und Mitorganisator, wie Frau Dr. Hirsch, Herrn Kirchenrat Pfeiffer und Frau Marquardt herzlichst zu danken.
Meine Frau und ich hoffen, dass wir alle bei der nächsten Preisverleihung wieder dabei sein können.

