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Itai Mushekwe, freier Journalist aus Simbabwe, derzeit Köln - Preisträger 2008

 

DOSSIER ITAI MUSHEKWE, FREIER JOURNALIST AUS SIMBABWE

Dem Kuratorium 2008 gemeinsam vorgestellt von amnesty international und Reporter ohne Grenzen





amnesty international

Reporter ohne Grenzen

Koordinationsgruppe verfolgte AutorInnen und JournalistInnen

Deutsche Sektion

Heerstr. 178

Skalitzer Straße 101

D – 53111 Bonn

D - 10997 Berlin

Fon: 0228/983730

Fon: 030/615 85 85

Fax: 0228/630036

Fax: 030/614 56 49

www.amnesty-meinungsfreiheit.de

www.reporter-ohne-grenzen.de

 

Kontakt

Itai Mushekwe
c/o PEN-Zentrum Deutschland e.V.
Neumarkt 47
D – 50667 Köln
E-Post: soxeflo@yahoo.com
Mobil: 0174/ 271 22 88

Während einer Fortbildung im Oktober 2007 in Berlin erfuhr Itai Mushekwe, dass er in seiner Heimat auf einer Liste missliebiger Journalisten steht. Am 26. September gelangte das auf Juni 2007 datierte Geheimdienst-Dokument an die Öffentlichkeit. Es enthielt 15 Namen von Journalisten, die im Vorfeld der im März 2008 anberaumten Wahlen „besonders beobachtet“ und mit „besonderen Maßnahmen“ behandelt werden sollen. Mehrere der Genannten wurden bereits auf offener Straße verprügelt oder verhaftet und schwer misshandelt, einer überlebte einen Mordanschlag nur knapp.

 

In einer Eilaktion konnte ROG den Aufenthalt Itais in Deutschland verlängern, ihn erfolgreich für ein viermonatiges Stipendium der Heinrich-Böll-Stiftung im Haus Langenbroich ab Januar 2008 vorschlagen und ihm zusammen mit Journalisten helfen Journalisten und der dju in ver.di seinen Lebensunterhalt bis dahin finanzieren.

 

Itai Mushekwe begann 2005 nach seinem Studium des Journalismus in Südafrika als Reporter bei der führenden unabhängigen Wochenzeitung „The Zimbabwe Independent“ zu arbeiten. Seit 2007 schreibt er unter Pseudonym für den in London ansässigen „Sunday Telegraph“. Seine investigativen Artikel befassen sich mit der politischen und wirtschaftlichen Krise in Simbabwe. Unter den unten genannten Links finden Sie Zugang zu seinen Artikeln.

 

Die einstige Kornkammer im Süden Afrikas ist seit fünf Jahren in einer tiefen wirtschaftlichen und politischen Krise – und mit ihr eines der stabilsten Mediensysteme des Kontinents. Seit 2002 begleiten ständige Überwachung, polizeiliche Übergriffe und Willkür die tägliche Arbeit simbabwischer Journalisten.

 

Am 29. März finden in Simbabwe Wahlen statt. Ob der junge Journalist danach in seine Heimat zurückkehren kann, ist derzeit ungewiss.

 

Itai Mushekwe hat Mut und journalistisches Können bewiesen. Eine Auszeichnung mit dem Johann-Philipp-Palm-Preis ehrt sein bisheriges Schaffen, seine aufrechte Haltung und sorgt für Öffentlichkeit

 

 

 

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Pressemitteilung REPORTER OHNE GRENZEN vom 28. Februar 2008

 

Simbabwe: ROG ist besorgt über zunehmende Schikane unabhängiger Medien (weitere Informationen: Katrin Evers, presse@reporter-ohne-grenzen.de)

 

 

Berlin/Paris, 28. Februar 2008.  Reporter ohne Grenzen (ROG) ist besorgt über die zunehmenden Repressionen gegenüber unabhängigen Medien und Journalisten in Simbabwe. Gut einen Monat vor der Präsidentschaftswahl am 29. März ließ die "Central Intelligence Organisation" (CIO) Journalisten vorladen oder verhaften und forderte sie auf, ihre Quellen preiszugeben.

 

Zeitungen drohte sie mit der Schließung, wenn diese nicht kooperierten. Drei Journalisten wurden wegen der Verbreitung falscher Informationen angeklagt.

 

"Es ist nicht das erste Mal, dass die CIO derart hart gegen Medien und Oppositionelle vorgeht. Auch bei den Wahlen im Jahr 2000 leitete sie Razzien gegen Journalisten ein. Die aktuellen Verhaftungen und Drohungen sollen gezielt Angst schüren," sagte ROG.

 

So drohte der Informationsminister Sikhanyiso Ndlovu in der vergangenen Woche der "The Financial Gazette", sie hart zu bestrafen, sollte sie einen Artikel über Meinungsverschiedenheiten in der Regierungspartei veröffentlichen.

 

Bereits am 17. Februar nahmen schwerbewaffnete Polizisten die unabhängige Journalistin Fazila Mohammed fest. Sie hatte über Zusammenstöße zwischen Anhängern zweier Bischöfe mit unterschiedlicher politischer Ausrichtung in Harare berichtet. Am Tag darauf ließ die Polizei sie wieder frei, beschlagnahmte aber ihr Aufnahmegerät.

 

Zur gleichen Zeit wurden drei Journalisten im zentralsimbabwischen Kwekwe angeklagt. James Muonwa, Wycliff Nyarota und Blessed Mhlanga sollen in einem politischen Artikel für die Wochenzeitung "The Network Guardian" vom 26. März 2006 falsche Informationen verbreitet haben. Das Urteil wird am 15. April 2008 gesprochen.

 

Am 9. Februar drangen Mitarbeiter der Staatssicherheit in das Büro der privaten Wochenzeitung "The Masvingo Mirror" ein und verlangten nach den Quellen zweier Artikel. Die Beiträge vom 8. und 14. Februar berichteten über die Kandidatur des ehemaligen Finanzministers Simba Makoni. Er ist bei den anstehenden Wahlen ein Gegenspieler des derzeitigen Präsidenten Robert Mugabe. Der Zeitung wurde mit Schließung gedroht, sollte sie weiterhin oppositionelle Artikel veröffentlichen.

 

Schon im Sommer letzten Jahres hatte die Regierung Mugabe eine "Schwarze Liste" mit den Namen missliebiger Journalisten erstellt, die im Vorfeld der Wahlen besonders zu beobachten und zu "behandeln" seien (vgl. http://www.rsf.org/article.php3?id_article=23814).