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Pressemitteilung zur Preisverleihung 2008

 

PRESSEMELDUNG DER PALM-STIFTUNG E.V. ZUR BEKANNTGABE DER PREISTRÄGER 2008

 

Sperrfrist für Pressemeldung: 26. August 2008, 0:00 Uhr

Text: Kuratorium der Palm-Stiftung e.V.

 

 

Verleihung des Johann-Philipp-Palm-Preises für Meinungs- und Pressefreiheit

 

Öffentlicher Festakt zur Preisverleihung am Sonntag, 7.12.2008 in Schorndorf

 

 

Die Palm-Stiftung e.V. verleiht am Sonntag, 7. Dezember 2008 den internationalen Johann-Philipp-Palm-Preis für Meinungs- und Pressefreiheit. Die diesjährigen Preisträger sind die deutsch-türkische Anwältin und Autorin Seyran Ates aus Berlin und der politische Journalist Itai Mushekwe aus Simbabwe. Der öffentliche Festakt findet von 11:00 bis 13:00 Uhr in der Barbara-Künkelin-Halle in Schorndorf statt.

 

Die Palm-Stiftung Gemeinnütziger Verein e.V. Schorndorf fördert insbesondere das demokratische Staatswesen. Sie verleiht dazu alle zwei Jahre den mit € 20.000,- dotierten Johann-Philipp-Palm-Preis für Meinungs- und Pressefreiheit an Personen und Institutionen, die sich in herausragender Weise für die Meinungs- und Pressefreiheit einsetzen. Schirmherr des Preises ist der Ministerpräsident des Landes Baden-Württemberg, Günther H. Oettinger.

 

Die türkisch-stämmige Seyran Ates, die seit ihrer Kindheit in Deutschland lebt, ist eine auf Familien- und Strafrecht spezialisierte Rechtsanwältin und Autorin. Als Juristin und in ihren Publikationen setzt sie sich für eine der schwächsten Gruppen unserer Gesellschaft ein: Frauen und Mädchen mit Migrationshintergrund. Ihr mutiges und selbstloses Engagement für bedrohte und unterdrückte Mitmenschen machte sie bereits selbst zum Ziel von Gewalt und Diffamierung. Das hält Seyran Ates nicht davon ab, in der Multikulturalitäts-Debatte deutlich und unbequem Stellung zu beziehen. Sie wendet sich gegen falsch verstandene Toleranz und fordert für die muslimische Frau das Recht auf ein selbstbestimmtes Leben in Freiheit und Gleichberechtigung ein, das in einem demokratischen Rechtsstaat unabhängig von der kulturellen Herkunft verwirklicht werden muss.

 

Der politische Journalist Itai Mushekwe aus Simbabwe berichtet in investigativen Artikeln über die Misswirtschaft und die menschenverachtende Politik in seinem Land. Er nimmt damit erhebliche persönliche Konsequenzen für sich und seine junge Familie in Kauf. Während einer Fortbildung im Herbst 2007 erfuhr er, dass er im Vorfeld der Präsidentschaftswahlen in Simbabwe auf die „hitlist“ – eine Liste missliebiger Journalisten – des Regimes Mugabe aufgenommen wurde. Trotz der Gefahren, die damit verbunden sind, tritt er mit seiner Arbeit weiterhin als Kritiker der repressiven Politik in Simbabwe auf.

 

Das Kuratorium der Palm-Stiftung ist überzeugt, dass Seyran Ates und Itai Mushekwe mit ihrem Mut und ihrem Einsatz für andere ein herausragendes Beispiel für den Kampf um Meinungs- und Pressefreiheit geben. Beide nehmen einschneidende persönliche Nachteile auf sich und schrecken selbst vor der Gefahr nicht zurück, körperliche Gewalt zu erfahren. Die Stiftung ehrt deshalb Seyran Ates und Itai Mushekwe mit dem Johann-Philipp-Palm-Preis für Meinungs- und Pressefreiheit 2008.