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Dankesworte von Jamila Mujahed, Chefredakteurin des Frauenmagazines Malalai aus Afghanistan

Tief bewegt durch die Verleihung und persönliche Entgegennahme des Johann-Philipp-Palm-Preises 2004 artikulierte Jamila Mujahed ihre dankbare Freude darüber in freier Rede. Dabei machte sie u.a. deutlich, wie stolz sie ist auf Menschen, die für andere Menschen Wege der Freiheit eröffnen. Sie erinnerte daran, dass Philipp Palm noch am Leben war, als das Kuratorium ihr und Sergeij Duvanov den Preis 2004 zuerkannt hat, und dass er diese Entscheidung mitgetragen hat: "Gott segne seine Seele!"

Ausdrücklich bezog Jamila Mujahed 'Reporter ohne Grenzen' in ihren Dank ein und betonte, durch die Zuerkennung dieses Preises fühle sie sich ermutigt, für Freiheit und Gleichberechtigung aller Menschen weiterzuarbeiten.

Dann erinnerte sie an die entsetzlichen Greueltaten der Taliban an ungezählten afghanischen Frauen. Vor 10 Jahre hätten "die Frauen in Afghanistan nicht einmal das Gefühl des Menschseins gehabt". Wenn sie über Situation und Schicksale afghanischer Frauen schrieb, habe sie bisweilen Mond und Sterne als ihre Zuhörer angeredet und darum gebeten, "über die Tränen afghanischer Frauen in der Welt zu berichten. (...) Aber es kam keine Stimme zurück."

Unlängst hätten sich 45 % der afghanischen Frauen an den Wahlen beteiligt. "Malalai" habe unermüdlich dazu aufgerufen. Von der Regierung verlangten sie, die Gleichberechtigung der Frauen in der afghanischen Gesellschaft zu garantieren, Schluss zu machen mit der Gewalt gegen Frauen. Die Ehrung durch den Palm-Preis  gebe "den afghanischen Frauen noch mehr Mut für weitere Kämpfe. (...) Mein Wunsch ist, dass die Frauen der Welt ihre Solidarität mit den afghanischen Frauen äußern. (...) Mental und materiell sind wir auf ihre Unterstützung angewiesen.“ Seit einem Jahr habe die Frauenzeitschrift "Malalai" in finanzieller Hinsicht erhebliche Probleme. Eine Minderheit in der Gesellschaft habe sich darüber gefreut, dass dieses Organ keinen Sponsor mehr hat und deshalb zuletzt nicht mehr gedruckt werden konnte. "Wir aber haben geschworen: Malalai wird nicht eingestellt. Malalai wird die afghanische Frau immer und ewig begleiten. Wir sind nun auf eigene Kräfte angewiesen und finanzieren uns durch Werbeeinnahmen. Wenn wir genügend Werbung haben, können wir die Ausgabe verteilen; wenn nicht, sind wir nicht in der Lage, die Zeitschrift herauszugeben."  Doch "afghanische Frauen sind auf Information und Wiederaufbau an der Basis angewiesen.“

„Mein Dank gilt der Palm-Stiftung. Durch diesen Preis sind wir wieder in der Lage, einige Monate unsere Druckarbeit zu sichern.“  

Jamila Mujahed schloss ihre Danksagung mit einem "vivant" für jene Institutionen und gesellschaftlichen Kräfte, "die für Freiheit der Menschen und für Frieden immer im Dienst sind."

Zusammenfassung des arabischen Originals von Gauhar Besmil, Berlin