Palm-Stiftung

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Seyran Ateş, Juristin, Frauenrechtlerin, Publizistin und Moscheegründerin aus Berlin, Preisträgerin 2008

Die Imamin, die für Freiheit kämpft

 

Seyran Ates steht nie still. Seyran Ates gibt keine Ruhe. Das macht sie zu einer überaus umstrittenen, polarisierenden und leider auch öffentlichen Person. Sie versucht, sich und ihre Familie zu schützen, in dem sie seit Jahren den Personenschutz akzeptiert, der ihr von der Bundesregierung zur Seite gestellt wurde. Ihr Leben unter Beobachtung ist nicht immer einfach. "Aber das ist es mir absolut wert", sagt Seyran Ates immer wieder. "Jetzt habe ich die Kraft, die Dinge voranzubringen, die mir wichtig sind. Irgendwann werde ich die nicht mehr haben oder für andere Dinge oder Menschen einsetzen müssen. Dann kann ich mich immernoch zurückziehen. Jetzt muss ich handeln."

Vor allem als Gründerin und Imamin an der liberalen Ibn-Rushd-Goethe-Moschee in Berlin sorgt Seyran Ates immer wieder für Diskussionen. Sie steht für einen liberalen Islam der offenen Türen, für Menschenrechte, die für alle ausnahmslos gelten. Ein Thema, das sich wie ein roter Faden durch ihr Leben zieht, ist der Kampf für das Grundrecht auf freie Meinungsäußerung, insbesondere auch für Frauen. "Männer haben in religiösen Fragen nicht die Deutungshoheit", sagt sie in einem Interview mit der Gmünder Tagespost. Damit zieht sie so grundböse Hasskommentare und Morddrohungen aus den verschiedensten Lagern auf sich, dass sie es selbst oft nicht glauben will. Orthodoxe Muslime sehen in ihr die personifizierte Zerstörung des Islams. Der türkische Staat hat sie als Terroristin eingestuft. Viele links und liberal orientierte Menschen stört ihre harsche Kritik an falsch verstandener Toleranz, insbesondere in der Kopftuch-Debatte. Männern ist sie als Frau zu progressiv. Traditionalisten ist sie zu radikal. Radikalen Säkularisten ist sie zu religiös.

Totz aller Anfeindungen und einem Leben mit Personenschützern ist Seyran Ates ein bewundernswert starker, offener, lebensbejahender Mensch. Und es gibt ja auch die andere, die ermutigende Seite. Zahlreise Preise und Auszeichnungen bestärken sie in ihrem Kampf um das Grundrecht auf freie Meinungsäußerung und einen frauen-, ja, menschenfreundlichen Islam. Der Palm-Stiftung e.V. ist sie seit Jahren treu verbunden und hat zahlreiche Kandidat_innen erfolgreich für den Johann-Philipp-Palm-Preis vorgeschlagen (u.a. Mahboubeh Abbasgholizadeh und die Hrant Dink Stiftung). Seyran Ates ist der lebende Beweis: Die Gedanken SIND nicht nur frei, sie MACHEN auch frei.

 

Homepage von Seyran Ates

Artikel über Seyran Ates in der FAZ vom 30.9.2019 "Ein neues Haus für Allahs Kinder"