Jugendliche sollen Demokratie erleben

Palm-Stiftung junge Frauen aus der 13. Klasse des Wirtschaftsgymnasiums der Johann-Philipp-Palm-Schule (JPP)
Clarissa Stadelmann
Lisa Schmid
Anna Melnychenko

Schülerinnen der Johann-Philipp-Palm-Schule zeigen Haltung – unterstützt von der Palm-Stiftung.

Wie erleben Jugendliche Demokratie im Alltag? Diese Frage stand im Mittelpunkt einer Gesprächsrunde, zu der die Palm-Stiftung junge Frauen aus der 13. Klasse des Wirtschaftsgymnasiums der Johann-Philipp-Palm-Schule (JPP) eingeladen hatte. Mit dabei waren die Schülerinnen Anna Melnychenko, Clarissa Stadelmann und Lisa Schmid, ihre Lehrerin Ina Schulz, Schulleiterin Angelika Herzel und Sylvia Kammerer von der Palm-Stiftung.

Die Palm-Stiftung unterstützt die Johann-Philipp-Palm-Schule mit dem Ziel, Jugendlichen demokratische Werte nicht nur zu vermitteln, sondern erlebbar zu machen.

„Wir vertrauen auf die Kompetenz der Schulen, die beeindruckende Programme auf die Beine stellen,“ sagt Sylvia Kammerer von der Palm-Stiftung.

Vom Desinteresse zum Engagement

Dass Demokratiebildung wirkt, zeigen die Erfahrungen der Schülerinnen eindrucksvoll. „Noch zu Beginn der elften Klasse habe ich mich nicht für Politik interessiert“, erzählt Clarissa Stadelmann. Doch das änderte sich, als ihre Klasse am FAZ-Projekt „Jugend schreibt“ teilnahm. Gemeinsam gestalteten sie eine Foto-Graphic-Novel über die jüdische Kaufmannsfamilie Anspach aus Schorndorf – und gewannen damit den Hauptpreis.

„Wenn man an den Orten steht, an denen Menschen verfolgt wurden, spürt man Geschichte ganz anders,“ sagt Clarissa. Ihre Mitschülerin Lisa Schmid ergänzt: „Beim Recherchieren im Stadtarchiv haben wir erkannt, wie aus Worten Taten wurden. Das lässt einen nicht mehr los.“

Infobox: Schüler-Guides – Geschichte weitergeben

Im Rahmen ihres Projekts entwickelten die Schülerinnen das Konzept der Schüler-Guides: Jugendliche führen Besucherinnen und Besucher durch Schorndorf und erzählen von den Schicksalen der Opfer der NS-Gewaltherrschaft, die sie erforscht haben. So wird Erinnerungskultur lebendig – und Demokratie greifbar.

Vielfalt leben, Respekt stärken

Die Palm-Schule bietet weit mehr als Geschichtsprojekte: In mehr als 40 Workshops und Vorträgen beschäftigen sich Schülerinnen und Schüler mit Themen wie Mobbingprävention, Medienkompetenz, Frauenbildern im Rap, Toleranz und Zivilcourage. Diese Vielfalt an Demokratieprojekten entsteht nicht zufällig. Treibende Kraft ist Lehrerin Ina Schulz, die sich seit Jahren für politische Bildung starkmacht „Jugendliche sollen Demokratie erleben – nicht nur darüber sprechen“, betont sie.

Infobox: Die Palm-Stiftung

Die Palm-Stiftung fördert jährlich mit rund 10.000 Euro Demokratieprojekte an der Johann-Philipp-Palm-Schule. Darüber hinaus unterstützt sie sieben weitere Schulen in Schorndorf – immer mit dem Ziel, junge Menschen zur aktiven Mitgestaltung unserer Gesellschaft zu ermutigen.

Wirkung, die bleibt

Das Engagement zeigt Wirkung:

  • Clarissa Stadelmann möchte sich nach dem Abitur in ihrer Ausbildung für andere Azubis einsetzen.
  • Lisa Schmid hat durch die Projekte ihren Entschluss gefestigt, Jura zu studieren.
  • Anna Melnychenko, die mit 16 Jahren aus der Ukraine kam, plant ein Studium der Politikwissenschaften.

Ihre Erfahrungen zeigen: Demokratie lebt, wenn junge Menschen sie mitgestalten.

Fazit:

Die Projekte der Palm-Stiftung und der Johann-Philipp-Palm-Schule machen Mut. Sie zeigen, dass Demokratiebildung dann besonders wirksam ist, wenn Schülerinnen selbst aktiv werden – mit Herz, Haltung und Neugier.