Kuratorium des Palm-Preises tagt in Schorndorf

Palm-Preis 2026

Kuratorium des Johann-Philipp-Palm-Preises 2026 bei seiner Sitzung in Schorndorf. Foto: Palm-Stiftung

Viktoria Kleber, Journalistin und Filmemacherin, und Heinrich Riethmüller, geschäftsführender Gesellschafter der Osianderschen Buchhandlung in Tübingen.

Seyran Ateş, Juristin, Autorin, Frauenrechtlerin und Gründerin der liberalen Ibn-Rushd-Goethe-Moschee in Berlin, gehört dem Kuratorium des Johann-Philipp-Palm-Preises an. Foto: Palm-Stiftung

Viktoria Kleber und Seyran Ateş im Gespräch bei der Kuratoriumssitzung des Johann-Philipp-Palm-Preises. Foto: Palm-Stiftung

Margit Ketterle engagiert sich für Meinungsfreiheit und ist Kuratoriumsvorsitzende der Stiftung Freedom of Expression.

Bernd Hornikel, Oberbürgermeister der Stadt Schorndorf, und Prof. Dr. Thomas Schnabel, Historiker und Vorsitzender des Kuratoriums des Johann-Philipp-Palm-Preises.

Prof. Dr. Thomas Schnabel

Prof. Dr. Ulrich Palm, Vorsitzender des Stiftungsrates und Carl-Wilhelm Macke, freier Publizist und Geschäftsführer von „Journalisten helfen Journalisten“ e. V.

Über den Dächern der Schorndorfer Altstadt hat das Kuratorium des Johann-Philipp-Palm-Preises für Meinungs- und Pressefreiheit seine diesjährige Sitzung (25. April) abgehalten.

Acht der Mitglieder des Kuratoriums kamen zusammen, um aus acht Vorschlägen die Preisträgerinnen und Preisträger des mit jeweils 10.000 Euro dotierten Preises zu bestimmen. Die Nominierungen stammten sowohl von Kuratoriums-Mitgliedern als auch von namhaften Organisationen darunter Amnesty International, dem PEN-Zentrum Deutschland, International Press Institute (IPI) der Hamburger Stiftung für politisch Verfolgte sowie dem Börsenverein des Deutschen Buchhandels. 

Die Beratungen waren intensiv. Aus dem breiten Kandidatenfeld kristallisierten sich zunächst vier Favoritinnen und Favoriten in der engeren Auswahl heraus. Nach intensiver Diskussion traf das Gremium seine Entscheidung: Der Johann-Philipp-Palm-Preis geht in diesem Jahr an die russische Schriftstellerin Natalja Kljutscharjowa und den mauretanischen Juristen und Autor Yahya Ekhou. 

Natalja Kljutscharjowa lebt in Deutschland im Exil. Sie wird für ihre literarischen Texte zur politischen Verfolgung in Russland geehrt. Mit ihrer Arbeit macht sie auf die schwierige Lage der Menschen dort aufmerksam und gibt ihnen eine Stimme. Durch ihre Haltung hat Kljutscharjowa in Russland erhebliche persönliche Risiken in Kauf genommen. Damit erfüllt sie ein wichtiges Kriterium für die Vergabe des Preises. Das Kuratorium betonte zudem ihr literarisches Können und ihre Wahrnehmungsschärfe, die von einem klaren moralischen Kompass geprägt seien.

Yahya Ekhou erhält den Preis für seinen Einsatz für die Meinungsfreiheit und Religionsfreiheit. Das Kuratorium würdigt sein Engagement in Gesellschaften, die unter religiösem Druck stehen. In autoritären Kontexten tritt er öffentlich für Religionskritik, Freiheit und Minderheitenrechte ein – und nimmt dafür Ausgrenzung und persönliche Risiken in Kauf. Die Jury hob seinen Mut, seinen Einsatz sowie seinen Kampf für die Meinungsfreiheit hervor. Der Mauretanier Ekhou lebt in Deutschland im Exil. 

Die Preisverleihung findet am 29. November 2026 in der Barbara-Künkelin-Halle in Schorndorf statt.

Kuratorium der Palm-Stiftung 2026

Mitglieder des Kuratoriums zur Vergabe des Palm-Preises

NameFunktion / Position
Seyran AteşJuristin, Autorin, Frauenrechtlerin und Trägerin des Palm-Preises 2008. Gründerin der liberalen Ibn Rushd-Goethe-Moschee, Berlin
Bernd HornikelOberbürgermeister der Stadt Schorndorf
Margit KetterleVorsitzende des Kuratoriums Stiftung Freedom of Expression im Börsenverein des deutschen Buchhandels, Frankfurt/Main
Viktoria KleberJournalistin, Filmemacherin und Medientrainerin, Berlin
Carl-Wilhelm MackeFreier Publizist und Geschäftsführer von „Journalisten helfen Journalisten“ e. V., München
Prof. Dr. Ulrich PalmVorsitzender des Stiftungsrats der Palm-Stiftung, Ostfildern
Heinrich RiethmüllerGeschäftsführender Gesellschafter der Osianderschen Buchhandlung, Tübingen
Prof. Dr. Thomas SchnabelEhem. Leiter des Hauses der Geschichte Baden-Württemberg, Heilbronn